Nadelstiche gesetzt
Oberliga: TTV Bleicherode 2:8 Rotation Süd Leipzig
Wieder einmal beste Tischtennis-Unterhaltung bekamen über 50 Bleicheröder Fans am Sonntagmittag in der Löwentorhalle geboten. Dabei konnten die Einheimischen den Favoriten zwar nicht ernsthaft gefährden, aber immer wieder zeigen, dass man zumindest punktuell mithalten kann.
In den Doppeln hatte man umgestellt und wurde mit dem ersten Sieg belohnt: Sebastian Carl und Hanjo Hegemeier zeigten keine Abstimmungsprobleme und siegten in vier engen Durchgängen. Auch Tim Liebergesell/Michael Rutz hatten beim 1:3 ihre Möglichkeiten, am Ende fehlte der letzte Punch.
Im oberen Paarkreuz zeigten sich die Gäste bestens aufgestellt. Mit dem Syrer Yhya Mossly, letztes Jahr im Trikot von Gornsdorf bester Oberligaspieler (30:2) und dem aufschlagstarken mehrfachen Karibikmeister Mariano Lockward waren die Sachsen nicht nur auf dem Papier eine Klasse besser, lediglich Tim Liebergesell gelang ein Satzgewinn.
Im unteren Paarkreuz war die Sache deutlich enger. Hanjo Hagemeier lieferte sich mit dem 14jährigen Paul Flemming ein Duell auf Augenhöhe. Viele tolle Ballwechsel begeisterten dabei die Zuschauer. Doch irgendwie schaffte es der Kalistädter nicht, sich für deinen enormen Aufwand zu belohnen, sodass der Sachse beim 16:18, 11:8, 10:12 und 10:12 auch eine Menge Glück hatte.
Im Parallelspiel schien Arsenii Bezghodkov das unorthodoxe Spiel von Michael Rutz nach Satzrückstand (11:13) in den Folgesätzen gut in den Griff zu kriegen (11:6, 11:5), führte im 4. Satz 9:6. Dann jedoch wurde Micha mit dem Mute der Verzweiflung galliger, sein Gagenüber hingegen fahriger (12:10). Der Entscheidungssatz war dann der stimmungstechnische Höhepunkt der Begegnung: Mit 11:8 gewann der Bleicheröder und durfte sich bereits über seinen zweiten Erfolg freuen.
„Wenn man bedenkt, was punkttechnisch für Unterschiede bestehen, hat Micha sicher sein Saisonsoll bereits erreicht“, freute sich Teamkollege Hanjo Hagemeier augenzwinkernd.
Dieser hatte auch im zweiten Einzel gegen Bezghodkov alle Möglichkeiten. Beim Stande von 1:1 entschieden dann Kleinigkeiten für den Sachsen, ein Klassenunterscheid war beim bitteren 10:12 und 12:14 überhaupt nicht zu sehen.
„Wenn man sieht, was die Leipziger hier für einen Personalaufwand betreiben, muss man schon den Hut ziehen. Wir freuen uns über jeden Nadelstich, den wir als Underdog setzen können und die Zuschauer hatten auch ihren Spaß“, resümiert Kapitän Tim Liebergesell.
Nun darf man durchatmen. Erst am 31.10. wird man beim Heimspiel gegen Braunichwalde wieder eingreifen.
TTV: Michael Rutz 1; Sebastian Carl, Hanjo Hagemeier je 0,5; Tim Liebergesell 0
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